Eastbourne Pier in Flammen – Geschichte, Gegenwart und Zukunft

Es ist Mittwoch, der 30. Juli 2014. Ein ganz normaler Tag im Küstenstädchen Eastbourne. Doch plötzlich setzen Sirenen dem heiteren Treiben ein Ende. Aus dem geliebten Pier steigt schwarzer Rauch auf und plötzlich wird klar: Der Pier brennt. Was der Verlust dieser Seebrücke für Eastbourne bedeutet, wie eine Sprachschülerin die ganze Tragödie erlebt hat und warum Eastbourne trotzdem einer der schönsten Badeorte Englands ist, lesen Sie hier.

Der Eastbourne Pier wurde zwischen 1866 und 1872 vom Architekten Eugenius Birch erbaut und – obwohl er damals noch nicht ganz fertiggestellt war – feierlich am 13. Juni 1870 eröffnet. Der Pier wurde Heim eines Theaters, von Bars, Restaurants und Cafés und einer Camera Obscura. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat der Pier einiges er- und überlebt: Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war er eine Dockstation für Raddampfer, während des Zweiten Weltkrieges wurde er als Verteidigungstützpunkt genutzt und durch eine Minenexplosion erheblich beschädigt. Zudem konnte ein Feuer von 1970 dem Pier nichts antun. Gegenwärtig galt der Eastbourne Pier als eine der beliebtesten Attraktionen des Vereinigten Königreichs für Gross und Klein. Besonders die viktorianische Bauart des Piers versetzte die Besucher in vergangene Zeiten. Mit einem Besuch auf dem Pier entschwand man dem Alltag und genoss den wunderbaren Ausblick auf Eastbourne oder das Meer.

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Auch unsere Sprachschüler nahmen den Eastbourne Pier oft als Ausflugsziel wahr. So auch Rebecca, die an diesem 30. Juli 2014 mit ein paar Freunden auf dem Weg zu Strand war. Sie schildert, dass sie schon von weitem Rauch gesehen hatten. Weiter erzählt sie: „Als wir bemerkten, dass der Rauch vom Pier kam, liefen wir schnell dahin. Anfangs war das Feuer noch harmlos, der Pier rauchte nur wenig und die Feuerwehr war bereits dabei den Brand zu löschen. Doch daraufhin kam eine starke Windböe auf, die das Feuer stärker entfachte. Das wunderschöne alte Gebäude in lodernden Flammen zu sehen, war ein tragischer Anblick. Es war von einer riesig schwarzen Wolke umgeben. Aufgrund des Feuers versammelten sich viele Menschen um den Eastbourne Pier, die Stimmung war bedrückt, jeder trauerte wohl um den Pier und die dort erlebten Momente. Entsetzen und Trauer war in den Gesichtern der Menschen geschrieben. Mit dem Brand ging ein Herzstück von Eastbourne verloren.“

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Ein Wiederaufbau des beschädigten Teil des Piers ist in Planung, jedoch ist noch ungewiss, wann damit begonnen werden kann. Auch steht zur Debatte, ob und wie der unbeschadete Abschnitt des Piers dem Publikum wieder zugänglich gemacht werden soll.
Trotz diesen für Eastbourne grossen Verlustes ist für Rebecca klar, dass sich ein Besuch in der Stadt an der südenglischen Küste auf jeden Fall lohnt: „Eastbourne hat noch viel anderes zu bieten und an der südenglischen Schönheit ist nichts verloren gegangen. Ich kann eine Reise dorthin nur empfehlen.“ Zudem ist das malerische Küstenstädtchen nur einen Katzensprung von den Beachy Head Klippen und den Seven Sisters White Cliffs sowie von Canterbury und London entfernt. Relaxen oder spannende Ausflüge? – die bekannte Qual der Wahl. Aber am schönsten ist es doch, sich dem bezaubernden Charme Eastbournes zu ergeben. Denn schon einen Tag nach dem Feuer hat der Alltag die Strandpromenade wieder eingenommen. Die Sonne geniessen, im Meer baden, in Cafés die Zeit verbringen und den Strassenkünstlern zusehen – alles ist wieder möglich.


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